Roland Kaiser als Klickzahlentreiber
Kati Pierson
Montag, den 18. Februar 2019 um 00:08 Uhr
"Lüg mich bitte an"

Roland Kaiser ist KEIN Betrugsopfer

Roland Kaiser wird am Freitag und Samstag als "Betrugsopfer" in die Headlines der Onlineportale gezogen. Doch was sich dort manche Portale in Sachen "Recherche" leisten ist mehr als grenzwertig.

Oh Herr, lass Hirn regnen oder Steine, hauptsache Du triffst. Was sich am Freitag und Samstag einige Journaisten für die Headline mit Roland Kaiser und einer Lügnerin einfielen ließen, kann ich anders nicht mehr kommentieren. Die Headlines waren schon „dramatisch“. RTL.de und VIP.de titelten „Roland Kaiser: Falsche Krebskranke legt den Schlagersänger rein“. InTouch fand einen „Fiesen Fan-Betrug mit Krebs-Fake“ und Promiflash wußte: „Schlager-Star Roland Kaiser mit Krebs-Lüge hintergangen!“. Schlager.de wußte sogar, dass der Sänger ein „Betrugsopfer“ wurde.

Roland Kaiser KEIN Betrugsopfer

Was ist passiert bzw. soll passiert sein? Eine Cindy K. hat vor einer Bekannten, die Bekanntschaft entstand über eine Roland Kaiser Facebookgruppe, Ina Timmel behauptet sie wäre sterbenskrank und – nennen wir es mal wie in dem Film „Das Beste kommt zum Schluß“ – eine Löffelliste gemacht. Auf dieser stand ein Treffen mit Roland Kaiser. Diese Bekannte – übrigens eine Bundeswehrangestellte – organisierte dieses Treffen und investierte zusätzlich privat Geld in die Sterbenskranke und schob diese auch durch die Gegend. Es kam zum Treffen mit dem 007 der Erotik und es entstand ein Foto. Die Bildzeitung deckte diese „Hot News“ auf.

Doch lassen wir mal die Kirche im Dorf oder Roland Kaiser auf der Bühne. Das macht Roland Kaiser nicht zu einem Betrugsopfer und hätte es nur dieses Treffen und Foto gegeben, dann würde auch keine Polizei ermitteln, wie die Mitteldeutsche Zeitung weiß. Damit Roland Kaiser ein Betrugsopfer wird, muss es erst einmal ein Betrug sein. Betrug ist es erst, wenn einem Dritten – in diesem Fall Roland Kaiser – ein finazieller Schaden durch die Tücken oder Lügen entsteht. Sicher der Künstler hat sich mit ihr getroffen, aber wie in den bunten Onlineseiten steht, entstand das Bild am Rande eines Konzertes und ich bin mir ziemlich sicher, dass Roland Kaiser das Konzert nicht wegen dieser Person gegeben hat. Also sind es ein paar Minuten seiner Zeit und ein paar Worte. Bei der Bundeswehrangestellten dürfte diese Tatsache unter Umständen erfüllt sein, aber das müssen Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln und ggf. Gerichte klären.

Roland Kaiser hat mit der Aussage natürlich recht: „Es ist wirklich sehr unschön, zu erfahren, dass sich jemand ein Treffen mit einem Künstler auf dem Rücken von wirklich hilfsbedürftigen Menschen erschleicht“ In Ordnung ist dieses Verhalten Cindy K.s nicht, doch ohne dieses Foto und den Namen Roland Kaiser auch keine Headline wert. Nebenbei bemerkt: Laut der Mitgliederliste ist Roland Kaiser auch nicht Mitglied dieser Facebook-Fangruppe.

Roland Kaiser: Online-News-Portale unfähig zum Abschreiben

Mindestens genauso schlimm ist jedoch die Unfähigkeit der Online-News-Portale zum einfachen Kopieren und Umschreiben. VIP.de, Promifalsh und auch RTL.de legten dem Schlagersänger die Worte der Bundeswehrangestellten Ina Timmel in den Mund. Natürlich! Warum nicht? Es klingt doch auch besser, wenn der Schlagersänger 12.000 Euro investiert und einen Fan durch die Gegend schiebt – tagelang.

Sagt mal, liebe Redakteure, was habt ihr geraucht? Schaltet ihr beim Schreiben euren Verstand auch manchmal an? Oder ist das Berufsbedingung, dass der an der Eingangstür zur Redaktion abgegeben wird? Der Mann ist selbst 66 Jahre, hat zig Ehrenämter, eine Familie, engagiert sich politisch und tourt ständig in Deutschland und Co. umher. Wann soll er sie denn da tagelang durch die Gegend geschoben haben?

Roland Kaiser: Wie ein Treffen funktioniert

Aber wieso geilt man sich eigentlich an einem Foto so auf. Das sind vielleicht 5 Minuten im Leben des Schlagerstars gewesen. Das macht er nahezu täglich mit vielen Fans – und diese sind gesund und munter. Er ist nun mal ein Künstler, der nicht schreiend davon läuft, wenn er einen Fan entdeckt. Jedes Jahr rund um die Kaisermania, auf seinen Fantreffen und neben seinen Konzerten und auch einfach so auf der Straße entstehen hunderte dieser Fotos. Die findet man übrigens ebenfalls in der Facebook-Fangruppe. Man muss nur mal runterscrollen.

Leider könnte genau diese Aktion der Journalisten – aus einer Mücke einen Elefanten zu machen – diese Fannähe des Kaisers, die ihn wahnsinnig sympatisch macht, vielleicht ändern. Hauptsache ihr hattet für eine Headline ein paar Klicks. Dann kommt ein Fan und erzählt euch: „Roland Kaiser hat mich weggeschickt, er macht keine Fotos mehr“ und dann habt ihr wieder Stoff für eine „dramatische“ Headline.

Wer eine halbswegs vernünftige Version der Geschichte lesen möchte, der darf dies gerne bei „Focus Online“ tun.

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